Matterhorn
http://www.bikesontour.at/Matterhorn.html

(c) 2008 Michael Rauter

Das Matterhorn

Jeder Mensch hat Ideen, Vorstellungen und Ziele.

Unser Ziel war es, einen der schönsten Berge der Welt, das Matterhorn nicht nur zu besteigen sondern zu Überschreiten.

Geplant waren die Anreise nach Breuil, Italien und dann der Aufstieg vorbei an der Rif. delgi Abruzzi, hinauf zum Colle de Leone bis Zum Biwak Rif. Carrel auf 3835 m, zwecks Nächtigung. Am nächsten Tag vorbei am großen Turm, Hahnenkamm, zum Pic Tyndall und dem Gipfelaufschwung zum Gipfel des Cervinio (ital. Matterhorn).

Der geplante Abstieg erfolgt über den bekannten Hörnligrat zur Hörnlihütte.

Wir, das sind, Ali, Gottfried, Heri, Luis, Sepp, und Toni (Mitglieder bzw. Tourenführer des Alpenvereins Gleisdorf), die vorher schon viele gemeinsame Touren unternommen haben und ein eingespieltes Team sind, was bei so einem „Abenteuer“ unerlässlich ist.

Nach ausführlicher Planung war es am 22.7.05 so weit. Um 18.00 starteten wir von Gleisdorf in Richtung Breuil, Italien. Dort angekommen machten wir uns gleich auf den Weg zum Biwak Carrel, Höhe 3835m, wo wir, Schnee schmelzend und Tee trinkend, die Nacht verbrachten.

Am nächsten morgen überraschte uns das Wetter mit Schneesturm und dichtem Nebel. Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns einstimmig zum Abstieg.

Nach einem gemütlichen, verregneten Ruhetag in Breuil wagten wir den Aufstieg zum Biwak Carrel wieder. Der Abend war lau (ca. 0 Grad), und die Stimmung gut. Nicht nur Italiener, Österreicher, nein auch Franzosen und auch Spanier versuchen vom Rif. Carrel das Matterhorn zu besteigen. Das Wetter am Morgen war leicht windig und etwas bewölkt, aber die Wetterprognose war gut.

Tagwache um 4 Uhr 30. Schnell den Gaskocher anwerfen und wieder Schneeschmelzen um Tee zu kochen. Kleines Frühstück und um 5 Uhr 30 geht’s wirklich los. Einige sind schon um 5 Uhr mit Stirnlampe gestartet, von denen wir jetzt noch die Lichtkegel sehen können.

Am ersten Höhenmeter sind mit Fixseilen versichert, dann aber müssen wir uns aber selbst um die Sicherungen kümmern bzw. können kurze Abschnitte am kurzen Seil gegangen werden. Langsam geht die Sonne auf und begrüßt uns mit ihren wärmenden Strahlen. Um ca. 10 Uhr sind wir dann am Pic Tyndall, machen eine kleine Rast bevor wir den Gipfelaufschwung in Angriff nehmen. In dieser Höhe (4240m) ist das Klettern sehr schwierig, weil die Tritte und Griffe teilweise vereist und dadurch sehr rutschig sind. Um 12 Uhr 30 erreichen wir den Ital. Gipfel des Matterhorns.

Hier genießen wir eine wunderschöne Aussicht, aber mit einem flauen Gefühl im Bauch, weil der Gipfel eigentlich nur ein schmaler Grat ist und es auf jeder Seite ca. 2000m steil abwärts geht.

Der Abstieg verläuft am Anfang sehr schwierig, weil es an den Vortagen geschneit hat und im oberen Teil der Ostwand bzw. am Gipfelgrat ca. 20 cm Neuschnee liegen. Aber ab der Schulter können die Steigeisen abgelegt werden, und Klettern dann auf griffigem festen Fels ab. Die Wegfindung ist ziemlich schwierig, da es sehr viele „Verhauer“ gibt, die im ersten Anschein leichter zu bewältigen sind, dann jedoch im schwierigen Gelände enden.

Um 20 Uhr 30 erreichen wir erschöpft aber glücklich die Hörnlihütte und genießen die Abendsonne, die das Matterhorn noch für uns beleuchtet und auch das wohlverdiente Bier schmeckt besonders gut.



(c) 2008 bikesontour